70 Jährige Geschichte des VW Bulli

70 Jahre VW Bulli – die Geschichte eines Kultautos

Für die einen ist er ein vielseitiger Transporter, für die anderen so etwas wie ein Familienmitglied. Der VW Bus – liebevoll VW Bulli genannt – feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag. Ob als bunt bemalter Hippie-Bus, unaufgeräumte Männer-WG auf vier Rädern, unermüdliches Weltreise-Mobil, Feuerwehr- und Krankenwagen oder kultiges Kunstobjekt – in sieben Jahrzehnten gab es kaum eine Rolle, die der VW Bulli nicht bravourös ausgefüllt hat. Und nicht zuletzt deshalb und aufgrund seiner unverwechselbaren Optik mit den freundlich dreinblickenden Scheinwerfern fliegen dem Hannoveraner so viele Sympathien entgegen wie kaum einem anderen Fahrzeug. Seine Wurzeln hat der Ur-Bulli T1 allerdings nicht in Deutschland, sondern in den Niederlanden.

Idee für den VW Bulli stammt von Ben Pon

1946 verwehrten die niederländischen Behörden dem VW-Plattenwagen die Zulassung. Der Wagen bestand damals aus einer freistehenden Ladefläche und einem am Heck angebrachten Führerhaus. Nach der Ablehnung kam dem niederländischen VW-Importeur Ben Pon eine Idee. Er zeichnete kurzerhand eine Skizze für einen Volkswagen Transporter mit Aufbau – und legte damit den Grundstein für den VW T1. Das war 1947. Nur ein Jahr später entstand der erste Prototyp des VW Bulli, 1950 rollte er bereits als Serienfahrzeug vom Band in alle Welt. Damals noch mit bewährter VW-Technik: als Heckantrieb und unter der Haube mit einem luftgekühlten Vierzylinder-Boxer ausgestattet. Anfangs brachte es der VW Bus so auf 25 PS.

Eine Legende: Der Samba-Bus

Ein Jahr später eroberte der VW Bulli als legendärer Samba-Bus die Herzen der Menschen im Sturm. Typisches Merkmal: die geteilte Frontscheibe und die 23 (in Worten: dreiundzwanzig) kleinen und großen Fenster. In der Luxus-Ausführung für 1.500 DM zusätzlich gab es eine Zweiton-Lackierung, Chrom-Zierleisten und ein Faltdach. Offiziell heißt der Samba-Bus übrigens nur Achtsitzer-Sonderausführung. Woher der Spitzname stammt, ist nicht bekannt. Gut möglich, dass es mit der Freude zu tun hat, die man bei der Mitfahrt in dem außergewöhnlichen Gefährt empfindet. Wer heute, fast 70 Jahre nach seiner Markteinführung, einen gut erhaltenen T1 oder Samba-Bus besitzt, kann sich glücklich schätzen: Besonders in den USA werden für die seltenen Gefährte Preise gezahlt, für die auch ein edles Eigenheim zu bekommen ist.

Generationswechsel vom T1 zum T2

1967 wurde der T1 vom T2abgelöst, der wie sein Vorgänger im VW Werk in Hannover vom Band lief. Neu an dem bis 1979 gebauten Transporter war die nun nicht mehr geteilte Frontscheibe, diverse Verbesserungen an der Hinterachse sowie ein stärkerer Motor. Eine luxuriöse Samba-Ausstattung gab es beim T2 allerdings nicht, weshalb er vorwiegend als Arbeitstier, als Eiswagen oder als Camping-Bus zum Einsatz kam. Erst mit dem ab 1979 gebauten T3 kam die gehobene Ausstattung zurück – jetzt allerdings zu erkennen an der Bezeichnung VW Multivan. Ausgestattet war der T3 Multivan unter anderem mit sechs Sitzplätzen, einer Kühlbox, Gardinen an den hinteren Fenstern und einer Schlafbank.

VW T4: Abkehr vom Heckmotor

Mit dem von 1990 bis 2003 gebauten T4 kehrte VW von dem Heckmotor mit Heckantrieb ab und verbaute erstmals einen vorn quer liegenden Reihenmotor mit Vorderradantrieb. Diesem Konzept blieb VW bei dem folgenden T5 und dem bis heute gebauten T6 treu. Letzterer ist anlässlich des 70. Geburtstags als Sonderedition 70 Jahre Bulli verfügbar. Als Multivan 70 Jahre Bulli bietet der Bus eine an das Original angelehnte Zweifarblackierung, unter anderem in Candy-Weiß/Kurkumagelb, sowie Zierelementen aus Chrom und einen Bodenbelag in Holzoptik. Damit paart Volkswagen Retro-Feeling mit viel Komfort und moderner Technik wie LED-Scheinwerfern und Assistenzsystemen und bietet allen, die keine Chance auf einen Original VW T1 haben, die Möglichkeit, das Lebensgefühl Bulli trotzdem selbst zu erleben.

Bildquelle: Ivan Marc / Shutterstock.com

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