Gemäß den Statistiken des Bundeskriminalamts werden in Deutschland Jahr für Jahr rund 20.000 Pkw gestohlen. Die Zahlen bewegen sich seit Jahren auf einem gleich hohen Niveau. Die daraus resultierenden Schäden für Kfz-Besitzer und Versicherer belaufen sich auf über 250 Millionen Euro. Doch Autobesitzer können potenziellen Autodieben die Arbeit erschweren oder sie von vornherein abschrecken. Als wirksame Möglichkeit hat sich die Wegfahrsperre erwiesen, die auf elektronische oder mechanische Weise verhindert, dass sich das Fahrzeug von Unbefugten bewegen lässt. Wo die Unterschiede sowie die Vor- und Nachteile einer elektronischen und einer mechanischen Wegfahrsperre liegen, lesen Sie hier.
Elektronische Wegfahrsperre
Seit 1998 müssen in Deutschland alle neu zugelassenen Fahrzeuge mit einer elektronischen Wegfahrsperre zum Diebstahlschutz ausgerüstet sein (§ 38a StVZO). Die Regelung ist die Folge eines starken Anstiegs der Autodiebstähle nach dem Zerfall des Eisernen Vorhangs.
Die Vorrichtung verhindert, dass sich ein Fahrzeug ohne den zugehörigen Schlüssel starten und fortbewegen lässt. Dazu aktiviert sich die elektronische Wegfahrsperre bei Abschalten der Zündung automatisch. Um das System zu deaktivieren und den Motor wieder starten zu können, ist der Originalschlüssel erforderlich. Die meisten Hersteller statten ihre Schlüssel für diesen Zweck mit einem speziell codierten RFID-Chip aus. Der darauf gespeicherte Code wird bei der neusten Generation elektronischer Wegfahrsperren verschlüsselt an das Motorsteuergerät übertragen. Hier wird überprüft, ob es sich bei dem Schlüssel um das Original oder um eine Fälschung handelt. Handelt es sich um den Originalschlüssel, startet der Motor, andernfalls bleibt die elektronische Wegfahrsperre aktiviert.
Seit Jahren liefern sich Autohersteller und Autodiebe ein Wettrennen beim Entwickeln und Überlisten elektronischer Diebstahlsysteme. Daher ist es ratsam, sich beim Diebstahlschutz nicht nur auf die elektronische Wegfahrsperre zu verlassen. Für zusätzliche Sicherheit und eine abschreckende Wirkung kann eine mechanische Wegfahrsperre sorgen.
Mechanische Wegfahrsperre
Mittlerweile haben sich verschiedene mechanische Vorrichtungen zur Diebstahlprävention auf dem Markt etabliert. Sie blockieren wichtige Teile des Autos wie das Lenkrad oder die Gangschaltung und sollen so das unbefugte Fahren mit dem Fahrzeug unterbinden.
Lenkradkralle
Eine der gängigsten mechanischen Wegfahrsperren ist die Lenkradkralle. Die Vorrichtung besteht aus einem langen Stahlrohr, das am Lenkrad und einem Pedal befestigt wird und mit einem Schloss gesichert ist. Gelingt es einem Dieb die elektronische Wegfahrsperre zu überlisten oder ist er unberechtigt in den Besitz des Originalschlüssels gelangt, kann er das Fahrzeug dennoch nicht lenken. Als ergänzende Maßnahme zum Diebstahlschutz ist die Lenkradkralle gut geeignet, da sie günstig und leicht zu installieren ist und Gelegenheitsdiebe abschreckt. Für professionelle Autodiebe stellt sie jedoch kein unüberwindbares Hindernis dar.
Gangschaltungssperre
Ebenfalls mechanisch soll die Gangschaltungssperre (auch Bear-Lock genannt) Diebe vom Entwenden des Fahrzeugs abhalten. Die Vorrichtung wird an beziehungsweise unter der Mittelkonsole montiert und mittels Abreißschrauben und Muttern fest mit der Karosserie verbunden. Wird das System aktiviert, sorgt ein Sperrmechanismus dafür, dass sich außer dem Rückwärtsgang beziehungsweise dem P-Modus bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe kein anderer Gang einlegen lässt. Anschaffung und Einbau dieser Wegfahrsperre sind teurer als eine Lenkradkralle, dafür ist das Schutzniveau der Gangschaltungssperre höher.
OBD Saver
Für einige Fahrzeugtypen gibt es sogenannte „OBD Saver“, die ebenfalls als mechanischer Diebstahlschutz dienen. Sie sichern die OBD-Buchse des Fahrzeugs mit einem Schloss und verhindern so, dass Autodiebe durch Anschließen eines technischen Geräts die elektronische Wegfahrsperre aushebeln können. Die Kosten für die Installation eines OBD Savers sind überschaubar und die Montage ohne großen Aufwand durchführbar.
Um Ihr Fahrzeug vor Diebstahl zu schützen, sollten Sie sich nicht auf ein einzelnes System verlassen. Die elektronische Wegfahrsperre bietet in jedem Fall einen soliden Grundschutz. In Kombination mit mechanischen Wegfahrsperren wie der Gangschaltungssperre und dem OBD-Saver sowie einer Alarmanlage sorgen Sie für größtmöglichen Schutz. Lassen Sie außerdem nach jedem Abstellen des Fahrzeugs das Lenkradschloss einrasten und nehmen Sie Wertgegenstände wie Laptops und Handtaschen immer aus dem Auto, wenn Sie es verlassen.
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Ganz ehrlich, ich glaube, die gute alte Lenkradkralle ist immer noch unschlagbar. Hightech-Wegfahrsperren können gehackt werden, aber wer knackt schon eine Lenkradkralle? Manchmal ist altmodisch besser!
Altmodisch, ja, aber auch leicht mit einem Bolzenschneider zu knacken. Technik hat ihren Platz!
Obwohl der Artikel gut argumentiert ist, bin ich der Meinung, dass die mechanische Wegfahrsperre immer noch überlegen ist. Die Elektronische Wegfahrsperre kann leicht gehackt werden, während die Lenkradkralle sicherer ist. Was denkt ihr?
Ich stimme zu, mechanische Sicherheit übertrifft oft die digitale. Alte Schule, aber effektiv!
Ehrlich gesagt, finde ich die ganze Debatte zwischen mechanischen und elektronischen Wegfahrsperren überflüssig. Die Lenkradkralle ist eindeutig die bessere Option. Einfach und zuverlässig, kein Schnickschnack.
Interessanter Artikel, aber sind elektronische Wegfahrsperren wirklich sicherer? Ich finde die gute alte Lenkradkralle ist unübertroffen. Sie ist sichtbar und abschreckend. Was denkt ihr, Leute?
Ich denke, Lenkradkrallen sind altmodisch und leicht zu knacken. Elektronische Sperren sind die Zukunft.